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Sonnenschutzsystemen

Facility Management: Gebäude » Betrieb » Betreiberpflichten » Sonnenschutzsystemen

Sonnenschutzsysteme

Sonnenschutzsysteme

Dieses Dokument definiert die Betreiberpflichten für den sicheren, regelkonformen und effektiven Betrieb der Sonnenschutzsysteme in einem Industriegebäude. Es bezieht sich auf alle gebäudegebundenen Sonnenschutzvorrichtungen (z. B. außenliegende Beschattung, Jalousien, Rollläden, Lamellen sowie automatisierte Sonnenschutzsysteme mit integrierter elektrotechnischer Steuerung). Die rechtliche Grundlage bilden insbesondere die Hamburgische Bauordnung (HBauO) § 3 Satz 1 i.V.m. § 19 Abs. 1 (Verkehrssicherungspflicht), die Technische Regel ASR A3.5 § 4.3 Abs. 2 (Temperaturgrenze +26 °C durch Sonneneinstrahlung) und das VDMA-Einheitsblatt 24186-5 (regelmäßige Wartung elektrotechnischer Komponenten). Ziel ist es, die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit der Sonnenschutzsysteme sowie den Komfort für die Gebäudenutzer zu gewährleisten und Haftungsrisiken für den Betreiber durch präventive Maßnahmen zu minimieren.

Betreiberpflichten für Sonnenschutzsysteme in Gebäuden

Regulatorische und technische Grundlagen

Kategorie

Vorschrift

KL

Abschnitt

Verpflichtung

Einrichtung

Landesgesetz (HH)

HBauO

KL1

§ 3 S. 1 i.V.m. § 19 Abs. 1

Verkehrssicherheit baulicher Anlagen sicherstellen

Sonnenschutzsysteme (Anlage 338)

Technische Regel

ASR A3.5

KL2

§ 4.3 Abs. 2

Geeigneten Sonnenschutz bei >26 °C Innenraumtemperatur bereitstellen

Sonnenschutzsysteme (Anlage 338)

VDMA-Einheitsblatt

VDMA 24186-5

KL3

Abschnitt 1

Regelmäßige Wartung elektrotechnischer Komponenten

Sonnenschutzsysteme (Anlage 338)

Verpflichtungsbereich – HBauO § 3 S. 1 i.V.m. § 19 Abs. 1

Inhalt der Verpflichtung: Nach HBauO § 3 Satz 1 i.V.m. § 19 Abs. 1 hat der Betreiber die Verkehrssicherheit der baulichen Anlagen sicherzustellen. Für Sonnenschutzsysteme bedeutet dies, dass sie als Teil der Gebäudehülle keine Gefährdung für Nutzer oder Passanten darstellen dürfen. Konstruktive und betriebliche Sicherheit müssen jederzeit gewährleistet sein; herabfallende Bauteile, elektrische Gefahren oder sonstige Betriebsstörungen sind zu vermeiden.

Umsetzung im Facility Management:

  • halbjährliche Fassadenbegehungen durchgeführt werden, um lose Befestigungen, Korrosionsschäden oder andere Beschädigungen an Sonnenschutzvorrichtungen zu erkennen,

  • reguläre technische Inspektionen stattfinden, bei denen Verankerungen, Befestigungen und mechanische Komponenten (z. B. Führungen, Gelenke) von Fachpersonal überprüft werden, und

  • eine lückenlose Dokumentation des Sicherheitszustands und aller ergriffenen Abhilfemaßnahmen erstellt wird (z. B. in Inspektionsberichten).

Verpflichtungsbereich – ASR A3.5 § 4.3 Abs. 2

Inhalt der Verpflichtung: Die Technische Regel ASR A3.5 § 4.3 Abs. 2 schreibt vor, dass der Arbeitgeber bzw. Betreiber geeigneten Sonnenschutz bereitstellen muss, sobald direkte Sonneneinstrahlung die Raumtemperatur über +26 °C steigen lässt. Die eingesetzten Systeme sollen wirksam sein, einfach zu bedienen und sicher in der Anwendung.

Umsetzung im Facility Management:

  • Überwachung des Raumklimas: Regelmäßige Kontrolle und Dokumentation der Innenraumtemperaturen, um Überschreitungen der 26 °C zu erkennen.

  • Auswahl geeigneter Sonnenschutzmaßnahmen: Entscheidung für manuelle oder automatisierte Beschattungssysteme, abgestimmt auf die Nutzung und die Anforderungen der jeweiligen Räume.

  • Integration in das Sicherheitskonzept: Einbindung des Sonnenschutzes in das Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement, z. B. bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen für hitzebelastete Arbeitsplätze.

Dokumentation:

  • Gefährdungsbeurteilung: Schriftliche Bewertung der Hitzebelastung durch Sonneneinstrahlung und der geplanten Schutzmaßnahmen.

  • Leistungsprotokolle: Dokumentation der Installation, Funktionstests und der Wirksamkeit der Sonnenschutzsysteme (z. B. in Prüf- und Wartungsberichten).

Verpflichtungsbereich – VDMA 24186-5

Inhalt der Verpflichtung: Das VDMA-Einheitsblatt 24186-5 fordert die regelmäßige Wartung der elektrotechnischen Komponenten von Sonnenschutzsystemen. Ziel ist die dauerhafte Betriebssicherheit der Antriebe, Sensoren und Steuerungseinheiten.

Umsetzung im Facility Management:

  • Wartungsintervalle festlegen: Orientierung an den Herstellerangaben für Prüfung und Wartung der Antriebseinheiten, Schalter und Elektronik.

  • Funktionstests durchführen: Regelmäßige Überprüfung der Automatikfunktionen, Sensoren und Sicherheitsabschaltungen, um Störungen frühzeitig zu erkennen.

  • Störungsbeseitigung: Schnelle Instandsetzung bei festgestellten Mängeln oder Ausfällen, um Ausfallzeiten zu minimieren.

Dokumentation:

  • Wartungsprotokolle: Aufzeichnungen von Datum, Umfang, Feststellungen und ergriffenen Korrekturmaßnahmen jeder Wartung oder Prüfung.

  • Zertifikate und Nachweise: Prüf- oder Wartungszertifikate externer Fachbetriebe als Nachweis der durchgeführten Arbeiten

Inspektions- und Wartungskonzept

Systemkomponente

Inspektions- / Wartungsintervall

Zuständiger

Dokumentationsform

Fassadenverankerungen und -befestigungen

halbjährlich

Facility Manager / Gutachter

Inspektionsbericht (mit Fotodokumentation)

Jalousien, Rollläden, Lamellen

vierteljährlich

FM-Team

Funktions-Checkliste

Antriebe und Motoren

jährlich

Fachfirma

Wartungszertifikat

Sensoren und Steuerungseinheiten

jährlich

Fachfirma

Service-Logbuch / Prüfprotokoll

Notfallabschaltungen / Sicherheitsfunktionen

jährlich

Facility Manager

Testprotokoll

Rolle

Verantwortung

Betreiber (Eigentümer)

Gesamtverantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und die Verkehrssicherheit der Sonnenschutzsysteme.

Facility Manager

Planung und Durchführung von Inspektionen und Wartungen; Dokumentation aller Maßnahmen und Sicherstellung der Konformität.

Externe Fachleute

Durchführung von Fachprüfungen, Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten durch autorisierte Servicepartner.

Behörden

Überwachung der Vorschrifteneinhaltung; Ahndung von Verstößen und Durchsetzung von Sicherheitsauflagen im Falle von Mängeln oder Unfällen.

Risiko- und Sicherheitsmanagement

  • Risikoklassifizierung: Identifikation möglicher Gefährdungen wie herabfallende Bauteile, Überhitzung infolge fehlenden Sonnenschutzes oder elektrische Fehlfunktionen.

  • Sofortmaßnahmen: Absperrung gefährdeter Bereiche, Abschalten defekter Sonnenschutzsysteme und unverzügliche Beseitigung akuter Gefahrenquellen.

  • Präventive Maßnahmen: Proaktive Instandhaltung und regelmäßige Wartung, Schulung des Wartungs- und Bedienungspersonals sowie kontinuierliche Überwachung der Innenraumtemperatur und technischer Parameter.

Integration in den Betriebsablauf

  • Abstimmung der Wartungszyklen: Sonnenschutz-Inspektionen im Rahmen der regulären Fassaden- und Fensterwartung durchführen, um Synergien zu nutzen und Kosten zu minimieren.

  • Verankerung im Managementsystem: Einbindung der Sonnenschutzmaßnahmen in bestehende Sicherheits-, Gesundheits- und Energiemanagement-Konzepte des Betriebs.

  • Kommunikation mit Nutzern: Information und Schulung der Gebäudenutzer über die richtige Handhabung der Sonnenschutzsysteme sowie klare Meldewege für Störungen und Schäden etablieren.