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Dächer und Betreiberpflichten

Facility Management: Gebäude » Betrieb » Betreiberpflichten » Dächer

Dächer

Dächer

Die Dachflächen eines Industriegebäudes stellen sicherheitskritische Bauteile dar, deren sachgerechter Zustand die oberste Priorität des Betreibers ist. Gemäß HBauO § 3 i.V.m. § 19 Abs. 1 ist der Betreiber verpflichtet, die Verkehrssicherheit der Dächer zu jeder Zeit sicherzustellen. Das VdS-Merkblatt 2389 liefert dafür fachliche Anleitung: Es schreibt regelmäßige Dachinspektionen vor, um Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Durch die konsequente Anwendung dieser gesetzlichen und normativen Vorgaben – in Form systematischer Kontrollen, geplanter Instandhaltungsmaßnahmen und umfassender Dokumentation – wird ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht.

Im Ergebnis reduzieren transparente Prozesse und klare Verantwortlichkeiten für Dach-Management Risiken, erhöhen die Gebäudesicherheit und tragen maßgeblich zum Werterhalt der Immobilie bei. Ein streng strukturiertes Betreiberpflichten-Programm sorgt dafür, dass auch bei wechselnden Betriebsbedingungen oder Personalbesetzungen stets zuverlässige Standards gelten. So wird nicht nur die Einhaltung der Bauordnung gewährleistet, sondern auch eine langfristig nachhaltige und effiziente Gebäudebewirtschaftung gefördert.

Dies betrifft alle Dacharten – von Flachdächern über Steildächer bis hin zu begrünten Dächern oder Dächern mit Lichtkuppeln und technischen Aufbauten. Grundlage sind insbesondere die bauordnungsrechtlichen Vorgaben (HBauO § 3 i.V.m. § 19 Abs. 1) zur Verkehrssicherheit baulicher Anlagen sowie das VdS-Merkblatt 2389 zur regelmäßigen Dachinspektion. Die Betreiberpflichten zielen darauf ab, Gefährdungen wie herabfallende Dachteile, eindringendes Wasser oder konstruktive Schäden zu verhindern. Durch systematische Inspektionen, Instandhaltung und lückenlose Dokumentation sollen gesetzliche Anforderungen erfüllt, Haftungsrisiken minimiert und der Werterhalt des Gebäudes langfristig gesichert werden.

Betreiberpflichten und Standards für Dächer

Rechts- und technische Grundlagen

Kategorie

Regelwerk

KL

Abschnitt / Verweis

Pflichtinhalt

Objekt

Risikobewertung (Score)

Landes-Gesetz

HBauO

KL1

§ 3 i.V.m. § 19 Abs. 1

Gewährleistung der Verkehrssicherheit von Bauteilen

360 Dächer

17

VdS-Merkblatt

VdS 2389

KL4

Regelmäßige Inspektion des Dachzustands

360 Dächer

3

Die Hamburgische Bauordnung (HBauO) fordert in § 3 i.V.m. § 19 Abs. 1, dass bauliche Anlagen verkehrssicher sein müssen. Für Dächer bedeutet dies, sie so instand zu halten, dass von herabfallenden Bauteilen, abrutschenden Dachziegeln oder undichten Stellen keine Gefahren für Personen und fremdes Eigentum ausgehen. Das VdS-Merkblatt 2389 ergänzt diese Vorgaben durch Empfehlungen für regelmäßige Dachinspektionen. Es richtet sich an Planer und Betreiber von Dächern und fordert, den baulichen Zustand dauerhaft zu überwachen. Zusammen bilden diese Grundlagen das Fundament für das Dach-Management: gesetzliche Pflicht (Verkehrssicherheit) und technische Richtlinie (Zustandskontrolle).

Inhalt der Pflicht

Gemäß den Vorgaben der HBauO liegt es in der Verantwortung des Betreibers, die Dächer in einem verkehrssicheren Zustand zu halten. Das bedeutet konkret, dass Dachflächen und -konstruktionen so instand gesetzt und kontrolliert werden müssen, dass keine Gefahr für Personen oder Sachwerte besteht. Gefährdungen wie herabstürzende Dachziegel, lose Dachbauteile, herabrollender Splitt oder Eis vom Dach, eindringendes Regenwasser durch beschädigte Abdichtungen oder konstruktive Schwächen im Dachaufbau sind zu vermeiden. Auch die Lastannahme des Daches muss jederzeit gewährleistet sein, insbesondere dürfen durch Schneebelastung oder Ansammlungen von Wasser keine Kollapsrisiken entstehen. Die Pflicht umfasst also sowohl die Bausubstanz als auch alle auf dem Dach angebrachten Elemente (Anlagen, Aufbauten, Verkabelungen usw.), die bei Versagen zur Gefahr werden können.

Umsetzung

Für die Umsetzung dieser Pflichten werden strukturierte Inspektions- und Instandhaltungsprogramme etabliert. Das Facility Management (FM) richtet regelmäßige Kontrollintervalle ein, in denen Sichtprüfungen der Dachflächen und Bauteile erfolgen. Dabei wird überprüft, ob Verankerungen und Anschlüsse aller Dachkomponenten noch fest sitzen, ob Dachabdeckungen stabil sind und ob keine Schäden oder Verformungen vorliegen. Identifizierte Mängel oder potentielle Gefahrenstellen müssen umgehend behoben werden. Dies kann kurzfristig durch schnelle Reparaturmaßnahmen oder auf längere Sicht durch Planung von Sanierungsarbeiten geschehen.

Als präventive Maßnahme sind gezielte Verstärkungen und Schutzvorrichtungen vorzusehen. Beispiele hierfür sind die nachträgliche Befestigung von Dachverblechungen, zusätzliche Absturzsicherungen oder Schneefanggitter an exponierten Dachkanten und die Stabilisierung windanfälliger Dachaufbauten. Ebenso kann der Einbau von Bewegungsfugen oder Sicherungsseilen sinnvoll sein, wenn technische Geräte oder Leitungen auf dem Dach installiert werden.

Dokumentation

Alle durchgeführten Arbeiten und Inspektionen sind lückenlos zu dokumentieren. Hierzu wird ein Dach-Sicherheitsbuch geführt, in dem sämtliche Dachbegehungen, Prüftermine, erkannte Schäden und ergriffene Maßnahmen erfasst werden. Jeder Eintrag enthält Datum, verantwortliche Person sowie Art und Schwere des Mangels. Weiterhin werden TÜV- oder Sachverständigengutachten zu statischen Prüfungen sowie Bescheinigungen über ordnungsgemäße Reparaturen abgelegt. Die Dokumentation dient dem Nachweis der Sorgfaltspflicht gegenüber Behörden und Versicherungen. Sie ermöglicht, bei Prüfungen durch Bauaufsicht oder im Schadensfall die Einhaltung der Betreiberpflichten zu belegen und entlastet den Betreiber im Haftungsfall.

Inhalt der Pflicht

Das VdS-Merkblatt 2389 ergänzt die gesetzlichen Vorgaben und schreibt eine systematische Inspektion des Dachzustands vor. Ziel ist es, frühzeitig Verschleiß, Witterungsschäden oder bauliche Mängel zu erkennen, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen führen. Im Fokus stehen insbesondere die Funktionstüchtigkeit der Dachabdichtung, die Unversehrtheit der Regenwasserableitung sowie die Dichtheit von Durchdringungen und Fassadenanschlüssen. Auch technische Installationen auf dem Dach – wie Lüftungsaggregate, Solarmodule oder Antennen – unterliegen der Kontrolle. Die Inspektion soll sowohl sichtbare Schäden (Risse, Ablösungen, abgerissene Dichtungen) als auch versteckte Mängel (durchfeuchtete Dachkonstruktion, unzureichende Dämmung) erfassen.

Umsetzung

Die Umsetzung erfolgt durch festgelegte Prüfroutinen und Verantwortlichkeiten. Je nach Dachtyp werden unterschiedliche Inspektionsintervalle festgelegt: Bei Flachdächern empfehlen sich quartalsweise Kontrollen, da Wasserstau und Schneelasten hier besonders kritisch sind. Bei Steildächern genügen in der Regel halbjährliche Begehungen, in der Regel im Frühjahr und Herbst. Zusätzlich wird eine ereignisorientierte Inspektion durchgeführt: Nach extremen Witterungsereignissen wie Stürmen, starkem Hagel oder übermäßiger Schneebelastung wird das Dach umgehend überprüft.

Die Kontrollen sollten von geschultem FM-Personal ausgeführt werden. Unabhängig davon werden in regelmäßigen Abständen zertifizierte Fachbetriebe (Dachdecker oder Sachverständige) hinzugezogen, um detaillierte Befundaufnahmen und Messungen durchzuführen. Diese Experten nutzen spezialisierte Prüfverfahren wie Feuchtemessungen in der Dämmung, Farbumschlagsprüfungen an der Abdichtung oder statische Tragseilprüfungen. Innerhalb des Betriebs wird darauf geachtet, dass Sicherheitsstandards (PSA, Freigabe von Zugängen) bei Dacharbeiten eingehalten werden.

Dokumentation

Jede Inspektion führt zu einem schriftlichen Prüfbericht. Dieser beinhaltet eine systematische Mängelerfassung: Die festgestellten Defekte werden nach Schweregrad klassifiziert (z.B. gering, mittel, hoch) und jeweils die erforderlichen Maßnahmen benannt. Dem Bericht ist Nachweismaterial beigefügt, insbesondere Fotodokumentationen kritischer Schadensstellen. Diese Bilder sind essenziell für spätere Kontrollen und für die Qualitätssicherung. Alle Berichte werden im Dach-Sicherheitsbuch abgelegt. Zusätzlich werden in einem Durchdringungs- und Entwässerungsregister spezifische Details zu Lichtkuppeln, Lüftungsanschlüssen und Dachabläufen erfasst, um deren Zustand gesondert nachzuverfolgen. Die lückenlose Dokumentation aller Inspektionszyklen gewährleistet, dass keine Prüfschritte vergessen werden und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar sind.

Risikobewertung und Sicherheitsklassifizierung

Zur Priorisierung von Maßnahmen wird eine systematische Risikobewertung durchgeführt. Dabei werden typische Gefährdungsszenarien auf dem Dach nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bewertet und in Risikoklassen eingestuft. Ein beispielhaftes Klassifizierungsmodell könnte wie folgt aussehen:

Risikokategorie

Beispielhaftes Risiko

Wahrscheinlichkeit

Schadensausmaß

Schwer

Handlungspriorität

Absturz von Bauteilen

Lose Dachziegel, ungesicherte Elemente

Hoch

Schwer

17

Sofortig

Eindringen von Wasser

Beschädigte Abdichtung, verstopfte Abflüsse

Mittel

Schwer

12

Hoch

Überlastung der Struktur

Starke Schneelast, stehendes Wasser

Mittel

Schwer

15

Sofortig

Geringfügige Oberflächenschäden

Moosbewuchs, kleine Risse

Hoch

Schwer

3

Routine

Bewertung: In diesem Modell erhält ein Szenario mit hoher Wahrscheinlichkeit und schwerem Schadensausmaß (z.B. herabfallende Dachteile) einen hohen Risikowert und sofortige Maßnahmenpflicht. Geringe Mängel (z.B. Moosbewuchs) werden als Routine eingestuft. Die konkrete Gewichtung orientiert sich am individuellen Schadenspotential der Dachanlage – in diesem Fall eines großen Industriekomplexes mit 360 Dächerflächen. Die Klassifizierung hilft dem Betreiber, die Dringlichkeit von Maßnahmen zielgerichtet festzulegen und die verfügbaren Ressourcen (Zeit, Budget, Personal) effektiv einzusetzen.

Dachelement

Häufigkeit

Prüfverfahren

Verantwortlich

Dokumentation

Dachabdichtung und Eindeckung

halbjährlich

Visuelle Inspektion auf Schäden, Risse, Verformungen

FM-Personal

Dach-Sicherheitsbuch

Dämmschicht und Dämmung

jährlich

Feuchtemessung, Materialprüfung

Fachbetrieb (Dachdecker)

Technischer Bericht

Entwässerungssystem (Rinnen und Rohre)

vierteljährlich

Reinigung, Durchflusskontrolle

FM-Personal / Reinigungsteam

Ablauf- und Kontrollregister

Lichtkuppeln, Lüftungs- und Durchdringungsanschlüsse

jährlich

Dichtheits- und Sicherheitscheck

Fachfirma

Durchdringungsregister

Tragkonstruktion

alle 5 Jahre

Statische Überprüfung durch Vermessung, Lastanalysen

Statiker / Ingenieurbüro

Statisches Gutachten

Erläuterung

  • Dachabdichtung und Eindeckung: Visuelle Checks auf lose oder beschädigte Bauteile, auf Risse in der Dichtungsbahn sowie auf Abnutzungsspuren. Bei Flachdächern wird besonderes Augenmerk auf Randdetails und Dachabschlüsse gelegt.

  • Dämmschicht: Bei der jährlichen Inspektion wird die Dämmung auf Feuchtigkeit getestet (z.B. mit Feuchtemessgeräten) und der Zustand beurteilt, um Wärmeverluste und Schimmelschäden zu vermeiden.

  • Entwässerung: Vierteljährlich werden Dachrinnen und Fallrohre gereinigt, um Abflussverstopfungen zu verhindern. Die Durchflussmenge wird geprüft; defekte Rinnen werden repariert oder ersetzt.

  • Lichtkuppeln/Durchdringungen: Dichtungen um Kuppeln und Anschlüsse (Kabel, Rohre) werden auf Risse oder Brüche geprüft. Lose Verbindungen werden nachgesichert.

  • Tragkonstruktion: Alle fünf Jahre erfolgen detaillierte statische Prüfungen, insbesondere an Flachdach-Lastabtragssystemen (z.B. Trapezblechträgersysteme). Dabei werden Verformungen gemessen und die Tragfähigkeit bewertet. Ein unabhängiger Statiker erstellt ein Prüfzeugnis.

Rolle

Verantwortung

Betreiber (Gesellschafter)

Rechtliche Gesamtverantwortung für Einhaltung der HBauO und anderer Vorschriften. Trägt die Entscheidungspflicht über Instandhaltungsbudgets und Strategien.

Technischer Facility Manager

Koordination aller Dachbezogenen Maßnahmen. Erstellung von Inspektionsplänen, Beauftragung von Fachfirmen, Überwachung der Instandhaltung und Dokumentationspflege.

FM-Mitarbeiter (Betriebsingenieure)

Durchführung regelmäßiger Routineprüfungen der Dachflächen. Meldung erkannter Mängel an den FM-Manager. Ergreifen von Sofortmaßnahmen bei kleineren Schäden (z.B. Abdichten kleiner Lecks).

Fachunternehmen (Dachdecker, Statiker)

Ausführung spezialisierter Inspektionen, Messungen und Reparaturen. Erstellen von Gutachten, Prüfberichten und Zertifikaten für Dachabdichtung und Tragwerk.

Behörden (Bauaufsicht, Arbeitsschutz)

Überwachung der Einhaltung baurechtlicher Vorschriften. Durchführung von Prüfungen oder Baustellenkontrollen. Ahndung von Verstößen gegen Verkehrssicherheitspflichten.

Präventiv- und Notfallmaßnahmen

  • Präventivmaßnahmen: Ziel ist es, Schäden durch vorbeugende Pflege und technische Sicherungen zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Wartungsarbeiten wie das zeitnahe Auswechseln abgenutzter Dichtungsmaterialien, das Erneuern von Asphalt- oder Bitumenschichten sowie das Entfernen von Schmutz und Vegetation, die zu Wasserrückstau führen könnten. Ergänzend werden Schutzvorrichtungen installiert: Schneefanggitter und Dachhaken verhindern gefährliches Abrutschen von Schnee, Blitzableiter sorgen für Schutz vor Blitzeinschlag. Auch Abdichtungs- und Isolationsanstriche verbessern langfristig die Haltbarkeit der Dachdecke. Darüber hinaus werden mögliche Lastspitzen durch Frühwarnsysteme erkannt, etwa durch Dachlastmesser oder Kontrollmechanismen für Wasseransammlungen.

  • Notfallmaßnahmen: Tritt ein akutes Problem auf (z.B. großer Wassereinbruch oder herabfallende Teile), sind sofortige Gegenmaßnahmen einzuleiten. Betroffene Bereiche werden provisorisch abgesperrt und gesichert. Temporäre Abdichtungen (Reparaturfolien, Dichtkleber) können kurzfristig eingesetzt werden, um weiteren Schaden zu begrenzen. Parallel dazu wird ein Fachunternehmen beauftragt, um die dauerhafte Reparatur schnellstmöglich durchzuführen. Eine klare Kommunikationsstruktur stellt sicher, dass alle betroffenen Abteilungen und gegebenenfalls Mieter informiert werden. Bei größeren Zwischenfällen erfolgt eine umgehende Meldung an Versicherer und Behörden. Alle Notfallmaßnahmen werden dokumentiert und später in die regulären Instandhaltungspläne überführt, um ähnliche Ereignisse künftig zu vermeiden.

Dokumentationsanforderungen

  • Dach-Sicherheitsbuch: Zentrales Protokollbuch für alle Dachinspektionen, Instandsetzungen und Wartungsarbeiten. Enthält Prüfberichte, Mängelbeschreibungen und Nachweise über Mängelbeseitigungen.

  • Inspektionsberichte: Detaillierte, zeitpunktbezogene Prüfprotokolle, unterschrieben durch die durchführenden Fachpersonen. Sie enthalten Berichte und Fotodokumentation zu jedem inspizierten Dachbereich.

  • Statische Gutachten: Schriftliche Bescheinigungen von Statikprüfungen der Dachkonstruktion, inklusive Berechnungen und Zulassungsnachweisen.

  • Wartungs- und Reparaturlisten: Aufstellung aller durchgeführten Reparaturarbeiten mit Datum, Kostenstelle und durchgeführtem Materialaustausch.

  • Protokolle besonderer Ereignisse: Dokumentation von Sturmschäden, Unwettern oder sonstigen außergewöhnlichen Vorfällen mit Schadensanalyse.

Aufbewahrung und Prüfung:

Die Dokumentation wird elektronisch und/oder in Papierform geführt und mindestens für die gesetzlich geforderte Frist aufgehoben – in der Regel die Lebensdauer des Bauwerks zuzüglich mindestens 10 Jahre. Sämtliche Unterlagen müssen zeitnah und vollständig verfügbar sein, da Bauaufsichtsbehörden im Rahmen von Kontrollen oder bei Einleitung von Maßnahmen Einsicht verlangen können. Eine auditgerechte Ablage erleichtert zudem interne Revisionen und Versicherungsprüfungen.

Einbindung in den FM-Betrieb

Die Betreiberpflichten für Dächer werden nahtlos in den Gesamtplan des Facility Managements integriert. Der Prüf- und Wartungszyklus für die Dächer wird mit den übrigen Instandhaltungsaktivitäten abgestimmt. So werden Inspektionstermine auf Jahresbasis gemeinsam mit der Wartung technischer Anlagen (z.B. Heiz- oder Lüftungsanlagen auf dem Dach) koordiniert. Budgetplanungen berücksichtigen Instandhaltungskosten für Dächer als festen Bestandteil.

Die Kommunikation mit den Mietern oder Nutzern des Gebäudes ist ein weiterer Aspekt: Sie werden frühzeitig über Wartungsarbeiten und Begehungen informiert, da für Dachzugänge oftmals besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Außerdem wird durch klare Service-Level-Agreements (SLAs) mit Fachfirmen sichergestellt, dass Reparaturen innerhalb definierter Fristen erfolgen. Schließlich fließen die Erkenntnisse aus der Dachbetreuung in das langfristige Asset-Management ein: Die gewonnenen Daten zu Alterung, Schadenshäufigkeit und Instandhaltungskosten dienen der Planung von Dachsanierungen oder -ergänzungen im Lebenszyklusmanagement der Immobilie.