Planung und Konzeption im Gebäudemanagement
Facility Management: Gebäude » Strategie » Planung und Konzeption
Planung und Konzept für Gebäude
Facility Management (FM) hat sich zu einem entscheidenden Hebel für Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit, Sicherheit und Effizienz in Industrie- und Großunternehmen entwickelt. Die zunehmende Komplexität von Gebäudesystemen, digitalen Abhängigkeiten und regulatorischen Anforderungen verlagert den Fokus von der reinen Gebäudenutzung hin zu einer integrierten, lebenszyklusorientierten Planung und Gestaltung. Dies zeigt sich besonders deutlich an zwei Gebäudetypen mit unterschiedlichen, aber sich ergänzenden Anforderungen: dem Bürogebäude als produktivitätsrelevantem Arbeits- und Kommunikationsraum und dem Rechenzentrum als kritischer Infrastrukturbereich mit 24/7-Betrieb und hohen Verfügbarkeitsanforderungen. In beiden Fällen bestimmt die Qualität der frühen Planungsphasen – von der Bedarfsanalyse bis zum Betriebskonzept – maßgeblich Risiken, Kosten und Leistung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
Strategische Gebäudekonzeption für effizienten Betrieb
- Bedeutung von Planung und Gestaltung im Facility Management
- Relevanz für Bürogebäude in Industrie- und Großunternehmen
- Relevanz für Rechenzentren als kritische Infrastruktur
- Gebäudetypologie und Anforderungen
- Rechenzentrum
- Spezifischer Fokus: Bürogebäude vs. Rechenzentren
- Technische Planung und Konstruktion
- Bürogebäude: Bedarfs- und Raumplanung, Arbeitsplatzstrategien
- Bürogebäude: Innenraumqualität gemäß EN 16798 und Hygiene gemäß VDI 6022
- Bürogebäude: Raum- und Zugangsbereiche
- Rechenzentrum: Last- und Kapazitätsplanung
- Rechenzentrum: Stromversorgungs- und Verteilungsnetze
- Rechenzentrum: Kühlungserzeugung, -verteilung und Luftaufbereitung
- Rechenzentrum: Zonen, Brandschutz und Gaslöschanlagen
- Rechenzentrum: Strukturierte Verkabelung und A/B-Isolation
- Gebäudetechnik – Heizung, Klimaanlage, Lüftung und Sanitär (HLK) im Büro
- Gebäudetechnik – Kälteerzeugung/-verteilung, verwandte Konzepte
- Stromversorgung – Büro und Rechenzentrum
Bedeutung von Planung und Gestaltung im Facility Management
Planung und Gestaltung im Facility Management zielen darauf ab, technische, organisatorische und wirtschaftliche Ziele über alle Lebenszyklusphasen hinweg kohärent miteinander zu verknüpfen.
Sie schaffen die Grundlage für:
Die Anforderungen von Nutzern, Betreibern und Eigentümern werden frühzeitig definiert und in technische Spezifikationen übersetzt.
Redundanzen, Sicherheitskonzepte und Wartungsfreundlichkeit werden systematisch dimensioniert, anstatt reaktiv im Laufe des Projekts hinzugefügt zu werden.
Die Betriebskosten (OPEX) und die Gesamtbetriebskosten (TCO) sind bereits in der Investitionsentscheidung (CAPEX) berücksichtigt.
Die Ziele in den Bereichen Compliance, Sicherheit und Nachhaltigkeit werden auf standardkonforme, überprüfbare und datenbasierte Weise verankert.
Schnittstellen zwischen Planung, Bau und Betrieb (BIM2FM, Übergabedaten, Inbetriebnahme) sind verlustfrei gestaltet.
Die Erfahrung zeigt, dass mangelnde Klarheit im Design zu zentralen Fehlerquellen, unzureichender Selektivität in der Stromverteilung, ungenügender Raumluftqualität, erhöhtem Ausfall- und Wartungsrisiko sowie einer Kostenverlagerung vom Projekt in den Betrieb führt. Daher ist ein integriertes Verständnis der FM-Planung keine bloße Formalität, sondern vielmehr Risikomanagement, Qualitätssicherung und Effizienzstrategie in einem.
Relevanz für Bürogebäude in Industrie- und Großunternehmen
Bürogebäude sind der Dreh- und Angelpunkt moderner Wissensarbeit. Neben Flächeneffizienz und Flexibilität gewinnen Aspekte der Innenraumqualität (Wärmedämmung, Luftqualität, Akustik, Beleuchtung) sowie Gesundheit, Zusammenarbeit und Arbeitgebermarke zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig erfordern sich wandelnde Arbeitsmodelle (aktivitätsbasiertes Arbeiten, flexible Raumaufteilung, hybride Nutzung) eine vorausschauende Planung, die dynamische Belegungs- und Lastprofile berücksichtigt.
Aus Sicht des Facility Managements sind folgende Herausforderungen von zentraler Bedeutung:
Ausgewogenheit zwischen Flächenproduktivität, Nutzerzufriedenheit und Energieeffizienz.
Skalierbarkeit von HLK-Anlagen und Regelungsstrategien bei variabler Belegung.
Robuste Brandschutz- und Sicherheitskonzepte im Kontext offener Raumstrukturen.
Datenintegrierte Übergaben in CAFM/IWMS und konsistentes Anlagen- und Instandhaltungsmanagement.
Relevanz für Rechenzentren als kritische Infrastruktur
Rechenzentren sind hochvernetzte, redundant ausgelegte Systeme hinsichtlich Stromversorgung, Klimatisierung/Kühlung, Brandschutz und Sicherheit. Verfügbarkeitsanforderungen, thermische Leistungsdichten und dynamische IT-Lasten erfordern eine präzise Kapazitäts- und Pfadplanung (z. B. N+1, 2N, separate A/B-Verteilungen), eine strikte Zonierung (weiße/graue/schwarze Bereiche) und robuste Inbetriebnahmestrategien. Konstruktionsfehler haben hier unmittelbare Auswirkungen und führen zu Serviceausfällen, Datenverlust oder Sicherheitsvorfällen.
Zu den kritischen FM-Perspektiven gehören:
Umfassende Redundanz- und Selektivitätskonzepte in den Bereichen Stromversorgung und Kühlung, einschließlich Kurzschlussschutz und Stromqualität.
Thermisches Management (Einhausung, Luftstrom, Komponenten zur freien Kühlung) mit Fokus auf PUE und Kondensationsrisiken.
Strategien zur Früherkennung und -beseitigung, die in IT- und Betriebsprozesse integriert sind.
Testbarkeit im laufenden Betrieb (SIT/IST, Black-Building-Szenarien) ohne unannehmbare Risiken.
Bürogebäude
Bürogebäude dienen als produktivitätskritische Arbeitsumgebungen. Die Anforderungen leiten sich aus Nutzerkomfort, Gesundheit, Zusammenarbeit, Flexibilität und Kosteneffizienz ab.
Raumluftqualität (RLQ): Thermischer Komfort, Luftqualität, Akustik und Beleuchtung sind integrale Qualitätsdimensionen. Typische Zielparameter sind komfortable Temperatur- und Feuchtigkeitsbereiche, bedarfsgesteuerte Lüftung basierend auf CO₂- und VOC-Werten, niedrige Geräuschpegel in relevanten Bereichen sowie blendfreie, tageslichtorientierte Beleuchtung mit geeigneter Farbwiedergabe. Regelungsstrategien (z. B. variable Luftvolumenströme, bedarfsgesteuerte Lüftung) müssen unterschiedliche Belegungsgrade berücksichtigen.
Flexible Raum- und Nutzungskonzepte: Aktivitätsbasiertes Arbeiten erfordert differenzierte Raumtypen (Konzentrationsraum, Kollaborationsraum, Projektraum, Rückzugsraum) sowie anpassungsfähige Grundrisse und technische Infrastruktur. Rastermaße, Doppelböden, modulare Deckensysteme und eine schnell anpassbare Medienversorgung unterstützen häufige Standortwechsel und Änderungen. Daten- und Stromversorgung müssen verfügbar und skalierbar sein.
Sicherheit und Brandschutz: Offene Raumstrukturen erfordern eine sorgfältige Planung von Fluchtwegen, Brandabschnitten, Brandmelde- und Alarmsystemen. Zugangsbereiche müssen den Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen entsprechen und den Besucherstrom regeln.
Energie- und Betriebseffizienz: Starke Nutzungsschwankungen erfordern Systeme mit hoher Teillasteffizienz, Wärmerückgewinnung, tageslicht- und nutzungsabhängiger Steuerung sowie Energiemonitoring. Elektromobilität, IT-Infrastruktur und dezentrale Energiequellen (z. B. Photovoltaik) müssen in die Last- und Netzqualitätsanalyse einbezogen werden.
Wartungsfreundlichkeit und Betriebszugänglichkeit: Wartungsbereiche, sichere Zugangspunkte, klare Wegweiser, eindeutige Markierungen und digitale Dokumentation reduzieren Ausfallrisiken und Stillstandszeiten.
Rechenzentrum
Rechenzentren sind kritische Infrastrukturen, die rund um die Uhr betrieben werden und hohe thermische Leistungsdichten sowie strenge Verfügbarkeitsvorgaben aufweisen. Ihr Design folgt dem Prinzip fehlertoleranter, testbarer und wartungsfreundlicher Systeme.
Redundanz- und Pfadkonzepte: Stromversorgung und Kühlung müssen entlang des gesamten Pfades mindestens N+1, oft 2N, redundant ausgelegt sein. Getrennte A/B-Verteilungen, physische Trennung, Selektivität und Kurzschlussfestigkeit gewährleisten die Begrenzung von Fehlern. USV-Topologien, Notstromsysteme, selektive Schutzkonzepte und das Netzqualitätsmanagement müssen einheitlich dimensioniert sein.
Thermisches Management: Last- und Kapazitätsplanung pro Rack/Zone, Warm-/Kaltgangabtrennung, strukturierte Luftführung, Kondensationsvermeidung und geeignete Komponenten für die freie Kühlung. Verteilungskonzepte (CRAC/CRAH, Reihen-/Rücktürkühlung, Direktverdunstung oder wasserbasierte Kühlung) müssen im Hinblick auf Wasser- und Energieeffizienz sowie Leckagevermeidung bewertet werden.
Zonierung und Layout: IT-Bereiche (Weißraum), Versorgungsbereiche (Grauraum) und Energiebereiche (Schwarzraum) erfordern klar definierte Sicherheits-, Brand- und Löschzonen. Leckageerkennung, wasserführende Systeme außerhalb der IT-Bereiche, Gaslöschanlagen, dichte Kabel- und Lufttrennung sowie strukturierte Verkabelung gehören zum Standard.
Physische und organisatorische Sicherheit: Zugangskontrolle, Videoüberwachung, Besucher- und Lieferantenprozesse, Hintergrundüberprüfungen und strikte MOP/EOP (Methoden/Standardarbeitsanweisungen) für Umschaltungen, Tests und Notfälle.
24/7-Betrieb und Testbarkeit: Schichtarbeit, Eskalationswege, Änderungs- und Konfigurationsmanagement. Inbetriebnahme und wiederholte Tests (Systemintegrationstests/Systembetriebsprüfungen, Black-Building-Szenarien) gewährleisten die Wirksamkeit der Redundanzen.
KPIs und Überwachung: PUE/WUE, Verfügbarkeit, MTTR, Kapazitätsauslastung und thermische Reserven müssen kontinuierlich überwacht werden. Die DCIM/BMS-Integration unterstützt vorausschauende Wartung und Anomalieerkennung.
DERBürogebäude
Schwerpunkt auf Raumluftqualität (EN 16798), Hygiene (VDI 6022), Arbeitssicherheit (ArbSchG/ArbStättV) und Energieeffizienz (GEG).
Dateneffiziente Sicherheit: Zugriffs- und Videomanagement mit DSGVO-konformen Prozessen.
Flexible Nutzung: Anpassungsfähigkeit an Bauvorschriften (Brandabschnitte, Fluchtwege) und standardisierte Gebäudetechnikmodule.
Rechenzentren
Strikte Anwendung der EN 50600 entlang aller Versorgungswege; ASHRAE TC 9.9 als thermischer Schutz.
IT-SiG/NIS2-Verpflichtungen, ISMS/OT-Schutz; B3S-konforme Prozesse für das Incident- und Change-Management.
VdS-konforme Frühbrandmelde- und Gaslöschanlagen; Prüfbarkeit von Redundanzen (SIT/IST), selektive Schutzkonzepte nach DIN VDE 0100/0105.
Leitprinzipien und Vorgehensweise
Die technische Planung im Facility Management ist interdisziplinäre Systemtechnik. Ziel ist es, funktionale, regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen in robuste, wartungsfreundliche und testbare Lösungen umzusetzen. Bei Bürogebäuden liegt der Fokus auf Innenraumqualität, Flexibilität und Effizienz; bei Rechenzentren auf Verfügbarkeit, Fehlertoleranz und thermisch-elektrischer Leistungsdichte. In beiden Fällen gilt: Anforderungen müssen messbar formuliert, Redundanzen konsequent geplant, Steuerungsstrategien klar beschrieben (Betriebsablauf) und die Testbarkeit (Systemintegrationstest/Integritätstest) von Anfang an berücksichtigt werden.
Bedarfsanalyse und Raumfahrtprogramm
Erfassung von Nutzerprofilen (Fokussiertes Arbeiten, Zusammenarbeit, Hybrides Arbeiten), Auslastungsraten und Spitzenzeiten.
Ableitung eines Raum- und Funktionsprogramms: Fokus- und Projektbereiche, Besprechungsräume, Rückzugszonen, soziale Treffpunkte, Servicebereiche (Druck/Kopie, Teeküchen), Technikräume.
Dimensionierungsparameter als Ausgangswerte für die Planung: Flächen pro Vollzeitäquivalent, Desk-Sharing-Verhältnisse (z. B. 0,6–0,8), Meetingraum-Verhältnisse, akustische Zonierung.
Strategien am Arbeitsplatz
Aktivitätsorientiertes Arbeiten: Differenzierte Zonen mit klaren akustischen und technischen Parametern; flexible Möbelsysteme und modulare Medienversorgung (Bodensteckdosen, Deckenschienen, Plug-and-Play).
Hybridbetrieb und dynamische Belegung: Sensorbasierte Belegungs- und Klimasteuerung, Reservierungssysteme, variable Lüftung/Heizung; Anpassungsfähigkeit an tägliche und saisonale Nutzungsmuster.
Verlagerungs- und Änderungsfähigkeit: Rasterabmessungen (z. B. 1,35/2,70 m), Doppelboden-/Unterflurkanäle oder Deckenversorgung, trennbare Zonen, standardisierte IT-/Energieschnittstellen.
Planungsfolgen
Minimierung von fest installierten Strukturen in nutzbaren Bereichen; Konzentration technischer Knotenpunkte in leicht zugänglichen technischen Zonen.
Skalierbare und segmentierte IT- und Stromversorgung; ausreichende Reserven in Routen und Verteilungssystemen; eindeutige Kennzeichnung.
Thermischer Komfort
Entwurf gemäß EN 16798 Kategorien I–III in Übereinstimmung mit Benutzer- und Gebäudestandards.
Regelungsstrategien mit Fokus auf Teillastverhalten: bedarfsgesteuerte Volumenströme (VAV), variable Vorlauftemperaturen, adaptive Sollwerte.
Typische Bereiche: Betriebstemperaturen ca. 21–26 °C, je nach Nutzung und Jahreszeit; Vermeidung von Zugluft durch geeignete Auslässe und Luftgeschwindigkeiten < 0,2 m/s in Aufenthaltsbereichen.
Luftqualität (IAQ)
Dimensionierung der Frischluftzufuhr entsprechend dem Personenanteil und der Lastverteilung; dynamische Anpassung über CO2/VOC-basierte Bedarfssteuerung (z. B. 800–1.000 ppm CO2 als Regelbereich).
Filterkonzepte gemäß ISO 16890, mindestens ePM1/ePM2,5 abhängig von der Außenluftverschmutzung; die Dichtheitsklassen der Kanäle beachten.
Vermeidung von Querströmungen zwischen Zonen mit unterschiedlichen Emissionen (Druckkaskaden).
Akustik und Beleuchtung
Akustik: Schallpegel und Nachhallzeiten variieren je nach Zone (ruhigere Konzentrationsbereiche, dynamischere Kollaborationszonen). Absorber, schalldämmende Möbel, Deckenlösungen.
Beleuchtung: Mischung aus Tageslichtnutzung, Anwesenheits- und tageslichtabhängiger Steuerung; geeignete Beleuchtungsstärken für jede Nutzungsart, geringe Blendung (UGR), gute Farbwiedergabe.
Hygiene und Wartungsfreundlichkeit (VDI 6022)
Die Lüftungsanlage ist mit Inspektionsöffnungen, leicht zu reinigenden Oberflächen, kondensatfreien Zonen und professioneller Entwässerung (Geruchsfallen) ausgestattet.
Kondensations- und Schimmelprävention durch Taupunktkontrolle, Isolierung und thermische Trennung.
Wartungsfreundlichkeit: einfacher Zugang zum Filter, sichere Wartungswege, ausreichend Wartungsraum an den Geräten.
Zoneneinteilung
Öffentlich (Lobby/Empfang), halböffentlich (Besucherbereiche), intern (Büroräume), geschützt (Technikräume, IT-Räume), kritisch (Sicherheitszentrale, Schaltanlagen).
Brandschutz: Brandabschnitte, Rauchabschnitte, Brandnotfallsteuerung (Aufzüge, Belüftung, Türen), Flucht- und Rettungswege mit ausreichender Breite und Kennzeichnung.
Zugangs- und Sicherheitskonzept
Zugangskontrollsysteme mit rollenbasierten Rechten: Trennung der Besucher- und Mitarbeiterströme; gegebenenfalls Schleusen.
Videoüberwachung gemäß den Datenschutzbestimmungen: Schnittstellen zu Gebäudeleittechnik/Sicherheitszentrale (Alarmweiterleitung, Ereignisprotokolle).
IT/OT-Trennung: Netzwerksegmentierung, sichere Anbindung von Zutrittskontrolle/Video an Sicherheitszonen; Sicherung von Technikräumen.
IT-Leistung und Dichte
Ermittlung der IT-Last (kW) einschließlich Wachstums- und Szenarioplanung; Planung der Rackdichten (z. B. 5–30+ kW/Rack) nach Zone.
Diversitätsfaktoren und Redundanzprämien definieren; Reservekapazitäten (elektrisch/thermisch) schrittweise bereitstellen.
Kapazitätsmanagement: DCIM-unterstützt, Zuweisung von Strom/Kühlung/Platz im freien Raum, Ableitung von Erweiterungsebenen.
Pfad- und Redundanzprinzipien
Die A/B-Pfade sind in der gesamten Kette (Eingang–USV–Verteilung–Rack–PDU) physisch getrennt.
Redundanzstufen entsprechend der Zielverfügbarkeit: N+1, 2N, 2N+1; Vermeidung versteckter SPOF (gemeinsame Pfade, Steuerelemente, Hilfsmedien).
Testbarkeit: Umschaltungs- und Wartungsszenarien ohne Lastverlust (Failover/Failback).
Netzwerk- und Vermittlungssysteme
Mittelspannungsversorgung, Transformatoren im TN-S-System; Erdung/Potenzialausgleich für EMV und Personenschutz.
Niederspannungsschaltanlagen mit hoher Kurzschlussfestigkeit; selektive Schutzkonzepte (zeit-/stromselektive Auslösung) bis hin zur Endverteilung.
Minimieren Sie das Risiko eines Störlichtbogens (z. B. durch Schutzeinstellungen, Störlichtbogenerkennung, bauliche Maßnahmen).
USV-Topologien und Energiespeicherung
Doppelwandler (online) für gleichbleibende Qualität; Eco-/Hybrid-Modi nur nach Risikobewertung und Lastkompatibilität.
Architekturen: Blockredundante, verteilte redundante, 2N-Systeme; sorgfältige und selektive Auslegung von STS/STS-Bypässen.
Batterien: VRLA vs. Lithium-Ionen (Energie-/Leistungsdichte, Lebensdauer, Temperaturfenster, Brandschutz); Autonomiezeiten gemäß NEA-Start-/Lastumschaltprofil.
Notstromaggregate (EPL)
Dimensionierung einschließlich Anlaufströmen, Selektivität im Inselbetrieb, Laststaffelung und Transienten; Brennstoffversorgung (Betriebsstunden, Nachschub).
Zu den Optionen gehören Abgas- und Kühlkonzepte, Schalldämmung und Abwärmenutzung; regelmäßige Testläufe unter Last (Testlastbänke).
Kühlung
Kältemaschine (luftgekühlt, wassergekühlt, adiabatisch) mit Teillastoptimierung und hohem EER/SEER; Redundanz N+1/2N.
Freie Kühlung: wasser- oder luftseitig; Taupunkt- und Kondensationsmanagement, Frostschutzkonzepte; Mischkreisläufe vermeiden unerwünschte Temperaturschwankungen.
Hydraulik: Primär-/Sekundärnetze, variable Durchflussmengen (VFD), Betrieb mit hohem ΔT für erhöhte Effizienz und reduzierten Pumpenenergieverbrauch.
Kälteverteilung und Raumklimatisierung
CRAH (Kaltwasser) vs. CRAC (DX) je nach Effizienz- und Redundanzanforderungen; Reihen-/Hintertürkühler für hohe Dichten.
Luftstrom: Warm-/Kaltgangabtrennung, Abdichtung (Jalousien), Verhinderung von Bypass-Luft, gesteuerte Ventilatoren (EC).
Temperatur-/Feuchtigkeitsstrategien im Rahmen von ASHRAE TC 9.9; Erhöhung der Rücklauftemperaturen zur Maximierung der freien Kühlung.
Vorbereitung auf Flüssigkeitskühlung (CDU, Warmwasserkreislauf) für zukünftige Anwendungen mit hoher Leistungsdichte; leckagearme Schnittstellen und Tropfschalen.
Leckage- und Wassermanagement
Doppelte Ummantelung der wasserführenden Leitungen in der Nähe der IT-Geräte, Tropfschalen, Leckagesensoren (Kabel-/Punktsensoren), automatische Abschaltung.
Vermeidung wasserführender Systeme im weißen Raum, wo immer möglich; sichere Trennlinien zwischen weißem, grauem und schwarzem Raum.
Zonenkonzept
White Space (IT), Grey Space (Kälte-/Klima-/Verteilungstechnik), Black Space (Energie/NEA/USV); physisch und organisatorisch getrennt.
Brandabschnitte, redundante Fluchtwege, klare Druckkaskaden; Kabel- und Durchführungsmanagement.
Konzept zur frühzeitigen Branderkennung und -bekämpfung
Hochempfindliche Ansaugrauchmelder (z. B. VESDA) zur Frühwarnung; zonenweise Aktivierung, Alarmphasen mit Verriegelungen.
Gaslöschanlagen: Inertgase (IG-541, IG-55) oder FK-5-1-12; ausgelegt für Haltezeiten, Raumdichtheit (Türlüftertest), sichere Druckentlastung.
Sprinkleranlagen/Vorwarnsysteme erst nach Risikobewertung und unter Berücksichtigung der Versicherungsauflagen; Priorität haben das Brandwassermanagement und wassersparende Konzepte.
StrukturiertDatennetzwerke
Glasfaser (Singlemode/MPO) für Backbone-/Serververbindungen; Kupfer (Cat 6A/7A) nach Bedarf; Reserven an Fasern und Leitungsführungen vorhalten.
A/B-Trennung bei Kabeltrassen, Racks und Patchpanels; Redundanz bis hinunter zur Geräteebene (Dual-Homed).
Kabelverlegung: Belastbarkeit, Abstand zu Stromleitungen, Biegeradien; eindeutige Kennzeichnung, Etagen-/Zonencodes, standardisierte Patch-Richtlinien.
Heizung und Kühlung
Wärmeerzeugung: Wärmepumpen (möglicherweise bivalent mit Spitzenlastkessel), Kühltürme und die Nutzung von Abwärme (Kopplung mit Rechenzentren) sollten in Betracht gezogen werden.
Wärme-/Kälteverteilung: Niedertemperaturheizung, hohe Kaltwassertemperaturen für optimale Effizienz; hydraulischer Ausgleich, variable Pumpen.
Raumseitige Systeme: Strahlungsdecken, Gebläsekonvektoren, VAV/VRF; Auswahl nach Nutzung, Akustik, Regelgüte und Wartung.
Die Strategie der kostenlosen Kühlung
Wasserseite: Trockenkühler/Hybridkühler; Optimierung durch hohe Rücklauftemperaturen und ΔT.
Auf der Luftseite: Strategien für reine Außenluft oder Mischluft nur nach Risiko und Filterkonzept; Pollen/Partikel/Luftfeuchtigkeit berücksichtigen.
Stromversorgung – Büro und Rechenzentrum
Mittel- und Niederspannung
Transformatorauswahl basierend auf Verlusten und Lastprofilen; Parallelbetrieb in 2N-Architekturen.
Selektivität: Gezielte Staffelung der Schutzeinrichtungen, Kurzschlussberechnung (prospektiver Ik), Abstimmung der Auslösecharakteristik.
Not- und Sicherheitsstromversorgung
Büro: Notstromversorgung für lebenswichtige Geräte (Brandmeldeanlage, Notbeleuchtung, Rauchabzug, Rauch- und Wärmeabfuhr, Sprinklerpumpen); separate Verteilerkästen.
Rechenzentrum: NEA/UPS als integraler Bestandteil; Inselbetriebsfähigkeit, Synchronisierung, Testverfahren mit Lastsimulation.
