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Dachkonstruktionen und zugehörige Bauteile

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KG 340 – Dachkonstruktionen und zugehörige Bauteile

KG 340 – Dachkonstruktionen und zugehörige Bauteile

Kostengruppe 340 (KG 340) nach DIN 276 umfasst Dachkonstruktionen und zugehörige Bauteile, einschließlich aller konstruktiven und funktionalen Komponenten wie Dachtragwerk, Dachhaut (Eindeckung oder Abdichtung), Entwässerungssysteme (Dachrinnen und Fallrohre), Sicherheitsvorrichtungen (z. B. Schneefang, Anschlagpunkte) und Zugangssysteme (Dachluken, Laufstege). Aus Sicht des Facility Managements unterliegen diese Elemente strengen Prüf- und Wartungspflichten, da sie fortlaufend Witterungseinflüssen, Alterung und Lastbeanspruchungen (z. B. Wind- und Schneelasten) ausgesetzt sind. Die Hamburgische Bauordnung (HBauO) und die Empfehlungen des REG-IS verpflichten Gebäudebetreiber, den Zustand von Dachkonstruktionen regelmäßig zu prüfen und zu dokumentieren, um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Eine ordnungsgemäße Dokumentation dient dabei sowohl als rechtlicher Nachweis der Pflichterfüllung als auch als präventives Instrument zur Erhaltung der Gebäudesubstanz und zur Sicherheit der Nutzer.

KG 340 – Dachkonstruktionen & Bauteile

Nachweis der durchgeführten Verkehrssicherheitsprüfung für Dachkonstruktionen

Feld

Details

Dokumenttitel/Art

Prüfprotokoll der Verkehrssicherheitsprüfung für Dachkonstruktionen

Zweck & Umfang

Bietet einen nachprüfbaren Nachweis, dass regelmäßige Inspektionen der Dachkonstruktion und der zugehörigen Sicherheitseinrichtungen durchgeführt wurden, um Mängel oder Gefahren frühzeitig zu erkennen, die Personen oder Sachwerte gefährden könnten. Dieses Protokoll ist Teil der Betreiberverantwortung und der Pflicht des Betreibers nach HBauO, die Sicherheit des Gebäudes jederzeit zu gewährleisten.

Relevante Vorschriften/Normen

HBauO § 3 (Allgemeine Sicherheitsanforderungen); HBauO § 9 (Überwachungs- und Instandhaltungspflichten des Betreibers); REG-IS – Eintrag „Verkehrssicherheitsprüfung für Dach- und Fassadenelemente“

Wesentliche Inhalte

Datum, Uhrzeit und Bedingungen bei der Prüfung (Witterung, Lichtverhältnisse)
Auflistung der geprüften Bauteile (Dachstuhl, Dachhaut/Eindeckung oder -abdichtung, Dachrinnen und Fallrohre, Schneefangeinrichtungen, Dachfenster/Lichtkuppeln, Absturzsicherungen)
Angabe der Prüfmethode (Sichtprüfung vom Boden oder Dach aus, manuelle Prüfung, Drohneninspektion, Seilzugangstechnik)
Dokumentation der Feststellungen (keine Mängel / leichter Verschleiß / kritischer Defekt)
Risikobeurteilung mit Einstufung und erforderlichen Maßnahmen
Unterschrift der beauftragten bzw. befähigten Person (Prüfer)
Etwaige Anlagen (Fotodokumentation, Messdaten, Materialgutachten)
Geplanter Termin der nächsten Prüfung und verantwortliche Person/Organisation

Verantwortliche

Befähigte Person (prüfberechtigte Fachkraft); Facility Manager (Objektleiter); Gebäudebetreiber/Eigentümer; externer Statiker (bei statisch relevanten Auffälligkeiten)

Praktische Hinweise

Die Dachinspektion sollte mindestens einmal jährlich sowie anlassbezogen (z. B. nach Sturm, Hagel oder intensiver Schneelast) erfolgen. Das Prüfprotokoll ist Teil der Instandhaltungsdokumentation des Gebäudes und wird bei Überprüfungen durch Behörden, Versicherer oder Sachverständige als Nachweis verlangt. Die Ergebnisse der Prüfung fließen direkt in die Instandhaltungsplanung, Budgetierung und Risikobewertung im FM-System ein, sodass notwendige Maßnahmen frühzeitig eingeplant und umgesetzt werden können.

Ausführliche Erläuterung

Das Prüfprotokoll der durchgeführten Dachkontrollen ist ein Eckpfeiler der proaktiven Instandhaltung und der rechtssicheren Betriebsführung im Facility Management. Gemäß HBauO § 3 ist der Eigentümer bzw. Betreiber eines Gebäudes dafür verantwortlich, dass von der baulichen Anlage oder ihren Teilen keine Gefahr für Leben und Gesundheit ausgeht – hierzu zählen auch Dachteile, die sich lösen, einstürzen oder herabfallen könnten. In der Praxis muss der Facility Manager sicherstellen, dass die Kontrollen von befähigten oder unterwiesenen Personen durchgeführt werden, die mit den einschlägigen Sicherheitsstandards vertraut sind. Je nach Komplexität des Daches umfassen die Inspektionen z. B. Sichtprüfungen auf Korrosion, Risse oder Undichtigkeiten, Funktionstests von Sicherheitseinrichtungen (z. B. Anschlagpunkte für Absturzsicherungen) sowie die Überprüfung der Dachentwässerung auf freien Ablauf.

Diese regelmäßigen Prüfungen helfen, kritische Mängel frühzeitig zu erkennen, wie etwa:

  • lockere oder beschädigte Dachziegel bzw. Dachelemente (z. B. Blecheindeckungen),

  • korrodierte oder verformte Teile der Tragkonstruktion (Holz, Stahl),

  • verstopfte oder defekte Dachrinnen und Fallrohre,

  • geschädigte Dachabdichtungen oder Wärmedämmungen,

  • ausgefallene Schneefangsysteme oder fehlende/defekte Absturzsicherungen.

Sobald Feststellungen im Protokoll dokumentiert sind, koordiniert der Facility Manager die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen, überwacht deren fristgerechte Ausführung und archiviert alle Prüfberichte zentral im Gebäudebuch des Objekts. Kommt es zu einer Überprüfung (z. B. behördliche Begehung, Audit) oder sogar zu einem Schadensfall, dienen diese Aufzeichnungen als Nachweis, dass der Betreiber seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

Die fortlaufende Aktualisierung der Dach-Prüfprotokolle unterstützt zudem ein kosteneffizientes Instandhaltungsmanagement: Anhand der dokumentierten Ergebnisse kann der Betreiber präventive Wartungen einplanen, noch bevor gravierende Mängel oder Ausfälle auftreten. Auf diese Weise lässt sich die Nutzungsdauer der Dachkonstruktion verlängern und Folgekosten werden reduziert.

Für KG 340 – Dachkonstruktionen ist das Prüfprotokoll der durchgeführten Dachinspektionen das zentrale Dokument, um die anhaltende strukturelle und betriebliche Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten. Es belegt die Einhaltung der Pflichten aus der HBauO sowie der REG-IS-Empfehlungen zur Verkehrssicherheit durch den Betreiber. In der Facility-Management-Praxis trägt die lückenlose und zeitnahe Dokumentation dieser Prüfungen nicht nur zur rechtlichen Absicherung bei, sondern schützt auch die Gebäudenutzer und die Umgebung vor vermeidbaren Gefahren. Durch die Integration dieser Prüfprozesse in das FM-Dokumentationssystem schaffen Betreiber einen transparenten, überprüfbaren und nachhaltigen Rahmen für das Sicherheitsmanagement am Dach über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.